Wir haben uns sehr gefreut, auch dieses Mal wieder bei der LSZ Future of Marketing, diesmal in der „AI Edition“ in Linz, dabei zu sein. Am 7. Oktober durften wir dort einen Workshop halten, um mit den hartnäckigsten Fake News und Mythen rund um GEO aufzuräumen. Mit einem GEO-Bingo konnten alle mitspielen, und danach gab es eine spannende Fragerunde vom Publikum. Hier fassen wir die wichtigsten Punkte zusammen, für alle, die dabei waren, und für alle, die es nicht nach Linz geschafft haben.

Das Wichtigste vorab

  • GEO ersetzt SEO nicht, es baut darauf auf. Was Crawler nicht lesen können, kann keine KI zitieren.
  • Jeder Mythos endet in einer Budgetentscheidung. Meist wird falsch investiert, falsch gekürzt oder zu früh abgebrochen.
  • Fünf Prinzipien zählen: Fundament, Pflege, Themenfokus, Erwähnungen und Substanz. Das ist Arbeit über Monate, nicht über Wochen.

GEO in drei Minuten

Am Anfang des Workshops haben wir in drei Minuten erklärt, was GEO überhaupt ist, damit alle vom gleichen Stand ausgehen. Jemand fragt ChatGPT, Perplexity oder Google, und zwar nicht nach einem Link, sondern nach einer Antwort. Das System sucht passende Textstellen, bewertet sie und setzt daraus eine Antwort zusammen. Manche Marken kommen darin vor, mit Namen und Quelle, andere nicht. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Struktur, Substanz und externen Signalen. GEO heißt, dafür zu sorgen, dass eure Marke in dieser Antwort vorkommt.

Zum Aufwärmen: Ist Google tot?

Begonnen hat der Workshop mit einer Aufwärmfrage, nämlich: Liegt Googles Marktanteil in Österreich über 90 Prozent? Nein. Im September 2026 waren es 80,88 Prozent über alle Geräte (StatCounter). Weltweit hält Google aber weiterhin 89,9 Prozent. Dazu kommt: Mit YouTube gehört eine der größten Suchplattformen der Welt ebenfalls zu Google, und unter den KI-Systemen wächst Gemini derzeit am stärksten, mit über 950 Millionen monatlich aktiven Nutzer:innen (Stand Juli 2026). Google ist also nicht tot, wie von vielen behauptet. Der Konzern hat sich einfach breiter aufgestellt.

Mythos 1: „SEO ist tot, GEO ersetzt es.“

GEO steht auf dem Fundament von SEO. Kein System kann etwas zitieren, das es nicht findet. Crawlbarkeit, Indexierung und technische Basis sind SEO und bleiben SEO. Auch Googles eigene KI-Funktionen, AI Overviews und AI Mode, setzen auf dem Google-Index auf. Und vieles, was die Zitierfähigkeit erhöht, ist klassisches On-Page-SEO: klare Überschriften, präzise Antwortabsätze, interne Verlinkung, Themencluster und saubere Entitäten.

Was dieser Mythos kostet: Er ist das perfekte Argument, technische SEO-Budgets zu kürzen. Damit fällt genau die Grundlage weg, für die man gerade GEO-Budget freigegeben hat.

Mythos 2: „Mehr Content bringt mehr KI-Sichtbarkeit.“

Pflege schlägt Nachschub. Laut Seer Interactive (Juli 2026, 7.683 zitierte Seiten in ChatGPT, Gemini und Perplexity) wurden 75 Prozent der zitierten Seiten im letzten Jahr aktualisiert, aber nur 42 Prozent im letzten Jahr veröffentlicht. Über ein Viertel ist älter als zwei Jahre und wurde seither nur gepflegt. Für ein neues Themenfeld braucht es sehr wohl neuen Content. Was nichts bringt, ist Fläche zu verdoppeln, die ihr schon abdeckt. Wie ihr das strukturiert angeht, zeigt unser Beitrag zu Content-Clustern.

Was dieser Mythos kostet: Redaktionsbudget wandert in Produktion statt in Pflege, und parallel veraltet genau das, was tatsächlich zitiert wird.

Mythos 3: „Wir sind auf Platz 1, dann zitiert die KI uns auch.“

Ranking und Zitation entkoppeln sich. Eine Anfrage wird in viele Unterfragen zerlegt, zitiert wird, wer eine Unterfrage am besten beantwortet. Laut Ahrefs (Februar 2026, 863.000 Keywords) ranken rund 38 Prozent der in AI Overviews zitierten Seiten in den Top 10. Weitere 31 Prozent stehen auf Position 11 bis 100, und die restlichen 31 Prozent tauchen in den ersten 100 Ergebnissen gar nicht auf. Platz 1 ist also kein Freifahrtschein, und kein Top-Ranking ist umgekehrt kein Ausschlussgrund.

Was dieser Mythos kostet: Er verhindert, dass überhaupt gemessen wird. Wer den Ranking-Report als Beweis nimmt, merkt nicht, dass er in KI-Antworten nicht mehr vorkommt. Wie ihr das messt, steht in unserem Artikel zu GEO-KPIs.

Mythos 4: „Wir sind eine bekannte Marke, die KI kennt uns.“

Autorität ist thematisch, nicht global. KI-Systeme kennen Themenzusammenhänge, nicht Markenprominenz. Eine Marke, die seit Jahren über ein Thema publiziert, wird dort zitiert. Startet sie ein neues Produkt mit nur einer Landingpage, ohne Themenumfeld und ohne externe Erwähnungen, ist sie dort für die KI unbekannt. Markenbekanntheit reist nicht mit, Autorität entsteht pro Thema neu. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Brand Entity Management.

Was dieser Mythos kostet: Neue Produktlinien starten unsichtbar, und niemand versteht warum, weil die Marke ja stark ist.

Mythos 5: „Wir generieren den Content mit KI, dann skaliert das.“

KI als Werkzeug ja, als Ersatz nein. Der Unterschied ist nicht KI oder Mensch, sondern ob eigene Daten dazukommen: aggregierte Projekt- und Kundendaten, eigene Tests, Fallstudien, Originalzitate. Ohne sie fehlt der Grund, gerade euch zu zitieren statt zehn anderer Seiten, die dasselbe zusammenfassen. Dazu kommt das Risiko: Studien zeigen, dass KI-Modelle je nach Modell und Aufgabe einen erheblichen Teil ihrer Quellenangaben erfinden oder falsch wiedergeben, wenn niemand gegenprüft. Erkennbare Verantwortung, also eine echte Autor:innenangabe, ist ein Vertrauenssignal, und eine Redaktion verhindert, dass eine falsche Zahl mit eurem Markennamen zitiert wird.

Was dieser Mythos kostet: Viele austauschbare Seiten, die niemand zitiert, plus die Redaktionszeit, die man glaubte zu sparen. Die Ersparnis verschiebt Kosten, sie senkt sie nicht.

Workshop-Folie „Alle fünf, aufgelöst“: SEO ist die Grundlage von GEO; Pflege schlägt Nachschub; Position 1 garantiert keine Zitation; Autorität entsteht pro Thema; KI als Werkzeug funktioniert, als Ersatz für Substanz nicht
Die fünf Mythen, aufgelöst

Wie sichtbar ist eure Marke in der KI-Suche?

Im AI Search Audit prüfen wir eure Sichtbarkeit in ChatGPT, Perplexity, Gemini, Copilot und AI Overviews, mit Benchmark gegen eure Wettbewerber und einer priorisierten Maßnahmenliste.

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GEO-Bingo: die Klassiker, die es nicht in die Top 5 geschafft haben

Fünf Mythen waren uns zu wenig, denn in Kundengesprächen hören wir noch viel mehr Sätze dieser Art. Deshalb gab es im Workshop ein GEO-Bingo mit den „Honorable Mentions“, also den Klassikern, die es knapp nicht in unsere Top 5 geschafft haben. Alle haben angestrichen, was sie im eigenen Unternehmen schon gehört haben. Wie viele Felder hättet ihr?

GEO-Bingo-Karte mit 15 Sätzen aus Kundengesprächen, darunter „Das ist nur ein Hype“, „Wir brauchen erst ein Tool“, „Wir sind zu klein dafür“ und „Einmal aufsetzen, läuft dann“
GEO-Bingo: Honorable Mentions, die es nicht in die Top 5 geschafft haben

Was diese Mythen kosten

Jeder dieser Sätze endet in einer Budgetentscheidung. Drei Muster sehen wir immer wieder:

  1. Falsch investiert: Content-Budget wandert in Produktion statt in Pflege. Das Bestehende veraltet, die Wirkung bleibt aus.
  2. Falsch gekürzt: Technisches SEO wird gestrichen, weil GEO als Ersatz gilt. Damit fällt die Grundlage weg, für die gerade gezahlt wird.
  3. Zu früh abgebrochen: Nach sechs Wochen zeigt sich nichts, das Projekt wird beendet. Realistisch sind drei bis sechs Monate, bis ein Muster erkennbar ist.

Was stattdessen zählt: fünf Prinzipien

  1. Fundament: Technik und Indexierung sauber halten.
  2. Pflege: Bestehendes aktuell halten, nicht nur neu produzieren. Schaut, welche eurer Seiten zitiert werden und wie alt ihre letzte Aktualisierung ist.
  3. Themenfokus: nah an der Kerndienstleistung bleiben.
  4. Erwähnungen: Präsenz dort aufbauen, wo die Systeme zitieren. Das ist zum Teil PR-Arbeit, nicht SEO-Arbeit.
  5. Substanz: eigene Daten, die nirgends sonst stehen. Wenn ihr die einzige Quelle für eine Zahl seid, werdet ihr zu dieser Zahl zitiert.
Workshop-Folie „Was stattdessen zählt“ mit fünf Prinzipien: Fundament, Pflege, Themenfokus, Erwähnungen und Substanz
Fünf Prinzipien statt fünf Mythen

GEO-Wissen direkt ins eigene Team holen

Im AI Editorial Workshop übt ihr Pflege, Themenfokus und zitierfähige Inhalte am eigenen Thema.

Mehr zum Workshop

Häufige Fragen zu GEO-Mythen

Ist SEO durch GEO überflüssig geworden?

Nein. KI-Systeme können nur zitieren, was sie crawlen und indexieren können. GEO baut auf SEO auf und ersetzt es nicht.

Wie lange dauert es, bis GEO-Maßnahmen wirken?

Realistisch drei bis sechs Monate, bis ein Muster in KI-Antworten erkennbar ist. Zitate schwanken stark, deshalb sind Einzelmessungen wenig aussagekräftig.

Wie wichtig wird PR für GEO?

Sehr wichtig, denn KI-Systeme verlassen sich nicht nur auf eure eigene Website. Sie prüfen, ob eure Marke auch in Fachmedien, Branchenverzeichnissen, Vergleichsportalen oder Foren im Zusammenhang mit einem Thema genannt wird. In einer Ahrefs-Analyse über 75.000 Marken hingen solche Markenerwähnungen deutlich stärker mit KI-Sichtbarkeit zusammen als die reine Zahl an Backlinks. Ein Teil der GEO-Arbeit ist deshalb klassische PR: dort präsent sein, wo eure Zielgruppe und die Modelle recherchieren.

Haben kleine Unternehmen bei GEO überhaupt eine Chance?

Ja. Zitiert wird, wer eine konkrete Unterfrage am besten beantwortet, nicht wer am größten ist. Ein Drittel der Zitate in AI Overviews stammt von Seiten außerhalb der Top 100.

Wie Improove bei GEO hilft

Wer erst wissen will, wo er steht, startet mit dem AI Search Audit: Sichtbarkeit in den wichtigsten KI-Systemen, Benchmark gegen den Wettbewerb und eine priorisierte Maßnahmenliste. Wer sofort loslegen will, ist im AI Editorial Workshop richtig. Beides ist Teil unseres SEO/GEO Managements. Weitere Antworten sammeln wir in unserem großen SEO & GEO FAQ.

Diana Skof
Über den:die Autor:in

Diana Skof ist Head of Marketing bei Improove. Ihr Fokus liegt auf der Entwicklung ganzheitlicher und kanalübergreifender Marketingstrategien, bei denen insbesondere Content und SEO nahtlos ineinandergreifen. Ihr Anspruch an modernes Marketing ist, dass Strategie und Kreativität Hand in Hand gehen müssen, um im digitalen Raum nachhaltig Relevanz zu schaffen.

Karla Ivančok
Über den:die Autor:in

Karla Ivančok ist Projektmanagerin & Hauptansprechpartnerin für SEA bei Improove. Die gebürtige Wienerin sorgt dafür, dass Projekte nicht nur strategisch durchdacht, sondern auch reibungslos umgesetzt werden. Ihre größte Stärke ist die Kommunikation: Sie bringt komplexe Themen klar auf den Punkt und holt unterschiedliche Stakeholder an einen Tisch.