KI-Assistenten verändern die Suche und zwar in Deutschland offenbar schneller als in den USA. Dennoch ersetzen ChatGPT, Gemini, Perplexity und andere Antwortsysteme klassische Suchmaschinen bislang nicht. Sie erweitern die Recherche um zusätzliche Einstiege, Zwischenschritte und Entscheidungspunkte.

Das zeigen zwei aktuelle YouGov-Reports zum Suchverhalten in Deutschland und den USA. Für den deutschen Report wurden zwischen dem 21. April und dem 29. Mai 2026 insgesamt 1.005 Erwachsene befragt. Die Stichprobe wurde gewichtet, um die erwachsene Bevölkerung Deutschlands repräsentativ abzubilden. Die vollständigen Untersuchungen sind bei YouGov Deutschland und im YouGov U.S. Report verfügbar.

Das Wichtigste vorab

  • KI-Suche ist in Deutschland bereits Alltag. 39 Prozent nutzen KI-Assistenten, 30 Prozent starten damit sogar konkrete Fragen – deutlich mehr als in den USA (25 % bzw. 16 %).
  • Suchmaschinen bleiben die Nummer 1. 79 Prozent nutzen weiterhin klassische Suchmaschinen. Es geht nicht um „SEO oder GEO“, sondern um beides gemeinsam.
  • Vertrauen und Klicks bleiben zentral. KI-Antworten beenden die Recherche selten vollständig – belastbare, zitierfähige Quellen entscheiden weiterhin über Sichtbarkeit und Conversion.

Die zentrale Erkenntnis für Unternehmen im DACH-Raum lautet nicht „SEO oder GEO”. Erfolgreiche Sichtbarkeit muss klassische Suchmaschinen, generative Antworten, Markenwahrnehmung und überprüfbare Quellen gemeinsam berücksichtigen.

Deutschland sucht bereits deutlich häufiger mit KI als die USA

Klassische Suchmaschinen bleiben in beiden untersuchten Märkten der wichtigste Informationskanal. In Deutschland haben 79 Prozent der Online-Suchenden in den vergangenen 30 Tagen eine Suchmaschine verwendet. In den USA waren es 86 Prozent.

Bei KI-Assistenten zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied:

Nutzung in den vergangenen 30 Tagen

KanalDeutschlandUSA
Suchmaschine79 %86 %
KI-Assistent oder Chatbot39 %25 %

In Deutschland sind KI-Assistenten damit bereits die am zweithäufigsten genutzte Informationsquelle. Sie liegen vor Videoportalen, Nachrichtenangeboten, Kartendiensten, sozialen Netzwerken und Marktplätzen.

In den USA folgt nach Suchmaschinen dagegen eine breitere Gruppe annähernd gleich häufig genutzter Kanäle: Videoportale und Kartendienste erreichen jeweils 34 Prozent, soziale Netzwerke 29 Prozent und KI-Assistenten 25 Prozent.

Deutschland ist bei der KI-gestützten Suche also weiter als der US-Markt – zumindest gemessen an den Selbstauskünften dieser Befragung.

KI wird besonders bei konkreten Fragen wichtig

Suchmaschinen bleiben in Deutschland bei allen von YouGov untersuchten Aufgaben der häufigste Einstiegspunkt. Ihr Vorsprung ist bei bestimmten Informationsbedürfnissen jedoch wesentlich kleiner als in den USA. Besonders deutlich wird das bei konkreten Fragen:

Startpunkt bei einer konkreten Frage

StartpunktDeutschlandUSA
Suchmaschine48 %69 %
KI-Assistent30 %16 %

Fast jede dritte online suchende Person in Deutschland beginnt eine konkrete Frage inzwischen mit einem KI-Assistenten. In den USA trifft das nur auf 16 Prozent zu.

Auch bei Anleitungen und Problemlösungen fällt der Unterschied auf. In Deutschland beginnen 20 Prozent der Befragten mit KI, in den USA neun Prozent. Bei Produktrecherchen sind es zehn Prozent in Deutschland und vier Prozent in den USA.

Damit zeichnet sich eine klare Arbeitsteilung ab: Suchmaschinen bleiben der universelle Einstieg, während KI-Assistenten besonders dann an Bedeutung gewinnen, wenn Nutzer eine direkte, verdichtete oder vergleichende Antwort erwarten.

Für Unternehmen bedeutet das: Sichtbarkeit muss nicht mehr nur für einzelne Suchbegriffe geplant werden. Inhalte müssen auch die konkreten Fragen, Vergleiche und Entscheidungssituationen abdecken, die Menschen an KI-Assistenten richten.

Tägliche KI-Suche ist in Deutschland bereits weit verbreitet

31 Prozent der deutschen Online-Suchenden starten laut YouGov mindestens eine neue Suchanfrage pro Tag mit einem KI-Assistenten. In den USA liegt dieser Anteil bei 15 Prozent.

Besonders hoch ist die tägliche Nutzung in Deutschland bei jüngeren Zielgruppen:

  • 56 Prozent der Generation Z starten täglich mindestens eine KI-Anfrage.
  • Bei den Millennials sind es 42 Prozent.
  • In der Generation X liegt der Anteil bei 27 Prozent.
  • Bei den Babyboomern und älteren Generationen sind es 14 Prozent.

In Deutschland geben 22 Prozent an, keine Suchanfragen mit einem KI-Assistenten zu beginnen. Weitere sechs Prozent antworteten mit „weiß nicht”. In den USA entfallen 40 Prozent auf Nichtnutzung und sieben Prozent auf „weiß nicht”.

Der Ländervergleich innerhalb der YouGov-Untersuchung bestätigt diesen Abstand. 68 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands werden dort als KI-Suchende eingeordnet, gegenüber 48 Prozent in den USA. Die Schweiz liegt mit 82 Prozent noch höher.

Österreich wurde in dieser Befragung nicht untersucht. Die deutschen oder schweizerischen Werte dürfen daher nicht einfach als österreichische Nutzungszahlen ausgegeben werden. Für eine DACH-Strategie liefern sie dennoch ein deutliches Signal: KI-Suche ist in den deutschsprachigen Märkten kein fernes Zukunftsszenario mehr.

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Die Nutzung wächst vor allem bei Menschen, die KI bereits verwenden

63 Prozent der deutschen KI-Suchenden geben an, KI-Assistenten häufiger zur Informationssuche zu verwenden als vor einem Jahr. In den USA sind es 58 Prozent.

Auch der Ausblick fällt in Deutschland dynamischer aus:

  • 43 Prozent der deutschen KI-Suchenden erwarten, ihre Nutzung im kommenden Jahr zu steigern.
  • In den USA liegt dieser Anteil bei 35 Prozent.
  • Unter den täglich KI-Suchenden erwarten 60 Prozent in Deutschland eine weitere Steigerung, verglichen mit 53 Prozent in den USA.

Bei den bisherigen Nichtnutzer bleibt die Zurückhaltung in beiden Märkten groß. In Deutschland erwarten zehn Prozent, künftig häufiger mit KI zu suchen; 57 Prozent gehen nicht davon aus, überhaupt damit zu beginnen. In den USA erwarten nur vier Prozent eine steigende Nutzung, während 72 Prozent nicht mit einem Einstieg rechnen.

Das Wachstum entsteht somit vor allem durch eine intensivere Nutzung innerhalb der bereits erreichten Zielgruppe – weniger durch eine schnelle Konversion aller bisherigen Nichtnutzer.

Wofür Menschen KI-Assistenten verwenden

Die Anwendungsfälle ähneln sich in Deutschland und den USA. In beiden Märkten steht die direkte Antwort klar an erster Stelle.

Anwendungsfall

AnwendungsfallDeutschlandUSA
Direkte Antwort erhalten64 %63 %
Inhalte zusammenfassen37 %31 %
Informationen überprüfen32 %37 %
Optionen vergleichen26 %29 %
Probleme lösen26 %24 %

Deutsche KI-Suchende lassen sich damit etwas häufiger Inhalte zusammenfassen, während US-Nutzer KI etwas häufiger zur Überprüfung anderer Informationen verwenden.

Der grundsätzliche Bedarf ist jedoch vergleichbar: Menschen wollen nicht nur Links finden. Sie wollen Informationen verdichten, einordnen, vergleichen und für eine konkrete Entscheidung nutzbar machen.

Damit verändert sich auch die Aufgabe von Content. Es genügt nicht mehr, zu einem Suchbegriff lediglich auffindbar zu sein. Inhalte müssen konkrete Fragen beantworten , Zusammenhänge erklären und belastbare Informationen so darstellen, dass Menschen und maschinelle Systeme sie eindeutig erfassen können.

Die KI-Antwort ist häufig nicht das Ende der Suche

Auch in Deutschland ist die generierte Antwort für viele Menschen nur ein Teil der Recherche. Nach einer KI-Antwort passiert laut YouGov am häufigsten Folgendes:

Verhalten nach der KI-Antwort

VerhaltenDeutschlandUSA
Klick auf einen bereitgestellten Link23 %22 %
Vergleich mit anderen Apps oder Quellen20 %16 %
Weitere Suche zu anderen Themen8 %8 %
Nächster Schritt hängt vom Thema ab24 %32 %
Suche wird beendet21 %17 %

Unter den täglich KI-Suchenden in Deutschland klicken 31 Prozent am häufigsten auf die von der KI bereitgestellten Links. Damit ist der Klick auf eine Quelle bei intensiven Nutzer häufiger als der unmittelbare Abbruch der Recherche, den 25 Prozent nennen.

Diese Daten relativieren pauschale Zero-Click-Prognosen. KI-Suche kann Klicks reduzieren oder verlagern, beseitigt den Bedarf an weiterführenden Quellen aber nicht. Besonders bei komplexen, teuren oder risikobehafteten Entscheidungen benötigen Nutzer weiterhin Belege, Details und offizielle Informationen.

Gleichzeitig muss zwischen unterschiedlichen Formen der KI-Suche unterschieden werden. Die YouGov-Befragung umfasst verschiedene KI-Assistenten. Eine unabhängige Analyse des Pew Research Center untersuchte dagegen ausschließlich Google-Suchen mit Google AI Overviews.

In den von Pew beobachteten US-Sitzungen klickten Nutzer bei eingeblendeter Google AI Overview in acht Prozent der Fälle auf ein reguläres Suchergebnis. Ohne Google AI Overview waren es 15 Prozent. Direkt auf eine in der Übersicht genannte Quelle entfiel nur bei einem Prozent der untersuchten Besuche ein Klick.

Anders als die YouGov-Studie basiert diese Untersuchung nicht nur auf Selbstauskünften, sondern auf dem beobachteten Browserverhalten von 900 US-Erwachsenen und 68.879 Google-Suchen im März 2025. Die Pew-Auswertung zum Klickverhalten bei Google AI Overviews bildet daher ein wichtiges Gegengewicht: Quellen bleiben relevant, aber ihre bloße Nennung garantiert noch keinen Websitebesuch.

Für Unternehmen entsteht daraus eine doppelte Aufgabe:

  • Als relevante Quelle in klassischen und generativen Suchsystemen sichtbar werden.
  • Genügend zusätzlichen Nutzen bieten, damit aus der Sichtbarkeit ein qualifizierter Besuch, eine Markenwirkung oder eine Conversion entsteht.

Das Vertrauen bleibt hinter der Nutzung zurück

Obwohl Menschen in Deutschland KI-Assistenten häufiger verwenden als in den USA, bleibt das Vertrauen begrenzt.

Vertrauen in Informationsquellen

QuelleDeutschlandUSA
Suchmaschinen72 %70 %
KI-Assistenten36 %28 %

Deutschland liegt beim Vertrauen in KI-Antworten acht Prozentpunkte vor den USA. Dennoch genießen klassische Suchmaschinen in beiden Märkten einen erheblichen Vertrauensvorsprung.

Unter den Menschen, die bereits mit KI suchen, ist dieser Unterschied wesentlich kleiner: In Deutschland vertrauen 47 Prozent den Informationen aus KI-Assistenten, in den USA sind es 49 Prozent. Bei den täglich KI-Suchenden in Deutschland steigt das Vertrauen auf 67 Prozent.

Nutzung und Vertrauen hängen also eng zusammen – ohne dass aus den Daten eine kausale Richtung abgeleitet werden kann.

Transparenz und Quellen können Vertrauen stärken

In Deutschland nennen bestehende KI-Suchende vor allem drei Faktoren, die ihr Vertrauen in eine Antwort steigern könnten:

  • eine klare Erklärung, wie die Antwort zustande gekommen ist,
  • sichtbare Links oder Quellenangaben,
  • Informationen aus offiziellen Quellen.

Danach folgen Hinweise auf Unsicherheiten, mehrere Perspektiven im direkten Vergleich sowie eine eindeutige Kennzeichnung authentischer Quellen.

Bei deutschen Nichtnutzer sagen allerdings 39 Prozent, dass keine der abgefragten Funktionen ihr Vertrauen erhöhen würde. In den USA liegt dieser Anteil sogar bei 49 Prozent.

Transparenzfunktionen dürften daher zunächst vor allem das Vertrauen bestehender Nutzer vertiefen. Skeptiker lassen sich durch Quellenlinks allein voraussichtlich nicht überzeugen.

Für SEO und GEO ist das dennoch zentral. Wenn generative Systeme Antworten zusammenstellen, konkurrieren Inhalte nicht nur um Positionen. Sie konkurrieren darum, als belastbarer Beleg ausgewählt und von Nutzer als vertrauenswürdig wahrgenommen zu werden.

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Datenschutz setzt der Personalisierung Grenzen

Der Deutschland-Report zeigt außerdem, dass Personalisierung nicht automatisch als Mehrwert verstanden wird.

Unter den deutschen KI-Suchenden sind 26 Prozent mit personalisierten Antworten einverstanden, wenn sie diese leicht kontrollieren oder deaktivieren können. 25 Prozent bevorzugen weniger personalisierte Antworten, wenn dafür weniger persönliche Daten verwendet werden.

Unter den Nichtnutzer sind 40 Prozent mit der Verwendung ihrer Daten für personalisierte Antworten grundsätzlich nicht einverstanden. In den USA liegt dieser Anteil mit 68 Prozent noch deutlich höher.

Für Unternehmen im DACH-Raum folgt daraus: Personalisierung sollte nicht als stillschweigende Standardeinstellung betrachtet werden. Transparenz, Kontrolle und eine nachvollziehbare Datennutzung werden zu Bestandteilen der Nutzererfahrung und des Vertrauens.

Was die Daten für SEO und GEO bedeuten

Aus den Ergebnissen lassen sich sieben konkrete Handlungsfelder ableiten.

1. SEO bleibt das technische Fundament

Google erklärt ausdrücklich, dass die bekannten SEO-Grundlagen auch für Google AI Overviews und AI Mode gelten. Damit eine Seite dort als unterstützende Quelle erscheinen kann, muss sie indexiert sein und grundsätzlich für ein Suchergebnis mit Snippet infrage kommen.

Technische Crawlbarkeit, interne Verlinkung, verständliche Seitenstrukturen und tatsächlich im HTML vorhandene Inhalte bleiben deshalb relevant. Google nennt keine zusätzliche Spezialauszeichnung, die eine Aufnahme in Google AI Overviews garantiert. Die offizielle Google-Dokumentation zu KI-Funktionen und Websites spricht damit auch gegen vermeintliche GEO-Abkürzungen.

2. Konkrete Antworten früh und eindeutig geben

30 Prozent der deutschen Online-Suchenden beginnen eine konkrete Frage bereits mit einem KI-Assistenten. Inhalte sollten ihre wichtigste Aussage daher nicht hinter langen Einleitungen verstecken.

Ein sinnvoller Aufbau beginnt mit einer klaren Antwort und ergänzt anschließend Kontext, Einschränkungen, Belege und Details. Das verbessert die Nutzererfahrung und erleichtert maschinellen Systemen, die zentrale Aussage eines Dokuments zu erkennen.

3. Aussagen mit überprüfbaren Belegen verbinden

Originaldaten, nachvollziehbare Methoden, Quellenlinks, Definitionen und konkrete Beispiele machen Inhalte belastbarer.

Die 2024 auf der KDD-Konferenz veröffentlichte Forschungsarbeit „GEO: Generative Engine Optimization” untersuchte, wie Veränderungen an Inhalten deren Sichtbarkeit in generativen Antworten beeinflussen können. Im verwendeten Versuchsaufbau verbesserten unter anderem Quellen, Statistiken und Zitate die gemessene Sichtbarkeit. Die Autor berichten von Steigerungen von bis zu 40 Prozent.

Diese Zahl ist kein allgemeines Erfolgsversprechen. Sie stammt aus einem kontrollierten Benchmark und garantiert keine vergleichbaren Ergebnisse in aktuellen Live-Systemen. Die Studie unterstützt jedoch die grundsätzliche Bedeutung belegbarer und informationsreicher Inhalte.

4. Eigene Daten und Expertise schaffen

Generische Zusammenfassungen lassen sich leicht austauschen. Schwerer ersetzbar sind eigene Untersuchungen, Praxiserfahrungen, Fallstudien, Benchmarks und klar zuordenbare Experteneinschätzungen.

Solche Inhalte geben Suchsystemen und Nutzer einen Grund, eine bestimmte Quelle zu nennen, zu besuchen oder mit einer Marke zu verbinden.

5. Marken- und Entitätssignale konsistent aufbauen

Generative Systeme müssen erkennen können, wer eine Aussage trifft, welche Expertise dahintersteht und wie Unternehmen, Personen, Leistungen und Themen zusammengehören.

Dazu gehören konsistente Unternehmensinformationen, aussagekräftige Autor, verständliche Leistungsseiten, strukturierte Daten, externe Erwähnungen und eine klare thematische Content-Architektur.

6. KI-Sichtbarkeit systematisch messen

Rankings und organische Klicks bleiben relevant, reichen als alleinige Kennzahlen aber nicht mehr aus. Ein AI Search Audit kann ergänzend untersuchen, ob eine Marke in relevanten KI-Antworten erscheint, wie sie dort eingeordnet wird, welche Wettbewerber häufiger genannt werden und auf welche Quellen sich die Systeme stützen.

Unternehmen sollten dabei beobachten:

  • ob ihre Marke in relevanten KI-Antworten vorkommt,
  • wie sie beschrieben und eingeordnet wird,
  • welche Wettbewerber genannt werden,
  • welche eigenen oder externen Quellen zitiert werden,
  • bei welchen Themen Erwähnungen fehlen,
  • welche Landingpages qualifizierte Besuche und Conversions erzeugen.

Google hat im Juni 2026 zudem damit begonnen, für einen Teil der Websites eigene Search-Console-Auswertungen zur Sichtbarkeit in generativen Suchfunktionen zu testen. Die neuen Berichte sollen unter anderem Impressionen, angezeigte URLs, Länder, Geräte und zeitliche Entwicklungen darstellen.

Die Ankündigung der Berichte zu generativen Suchfunktionen in der Google Search Console zeigt: KI-Sichtbarkeit entwickelt sich von einer abstrakten Beobachtung zu einem eigenständigen Messfeld.

7. DACH ist kein einheitlicher Suchmarkt

Der Report liefert belastbare Detaildaten für Deutschland und einzelne internationale Vergleichswerte für die Schweiz, aber keine Daten für Österreich. Auch innerhalb Deutschlands unterscheiden sich Generationen und Nutzungsintensität deutlich.

Eine DACH-Strategie sollte deshalb nicht ausschließlich aus allgemeinen Marktstudien abgeleitet werden. Sie benötigt eigene Daten:

  • relevante deutschsprachige Prompts und Suchanfragen,
  • Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz,
  • tatsächliche Customer Journeys,
  • Marken- und Wettbewerbererwähnungen in KI-Antworten,
  • verwendete Quellen und Zitationen,
  • Conversion- und Umsatzsignale.

GEO sollte nicht auf einer einzelnen internationalen Prozentzahl beruhen, sondern auf dem konkreten Informationsverhalten des jeweiligen Marktes und der jeweiligen Zielgruppe.

SEO oder GEO? Die Daten zeigen ein Zusammenspiel

Die Ergebnisse sprechen weder für ein Ende klassischer Suchmaschinen noch dafür, KI-Suche als Randthema zu behandeln.

Deutschland ist dafür ein besonders gutes Beispiel: Suchmaschinen bleiben mit 79 Prozent der führende Informationskanal. Gleichzeitig nutzen bereits 39 Prozent KI-Assistenten, und 30 Prozent beginnen konkrete Fragen direkt mit KI.

Menschen wechseln zwischen Suchmaschinen, KI-Antworten, offiziellen Websites, Plattformen und weiteren Quellen. Sie suchen dabei nicht nur Informationen, sondern auch Sicherheit:

  • Ist die Antwort korrekt?
  • Wer steht hinter der Aussage?
  • Kann ich die Information überprüfen?
  • Welche Quelle liefert zusätzliche Details?
  • Reicht die Antwort für meine Entscheidung aus?

Erfolgreiche Suchstrategien müssen deshalb mehrere Ziele verbinden:

  • technische Auffindbarkeit,
  • starke klassische Rankings,
  • verständliche und zitierfähige Inhalte,
  • eindeutige Marken- und Expertisesignale,
  • Präsenz in relevanten externen Quellen,
  • Messung von KI-Sichtbarkeit und geschäftlicher Wirkung.

SEO schafft weiterhin das Fundament. GEO erweitert den Blick darauf, wie Marken und Inhalte in generativen Antworten ausgewählt, beschrieben und empfohlen werden.

Die Verbindung dieser Handlungsfelder sollte nicht aus einzelnen GEO-Maßnahmen bestehen. Eine belastbare AI Search Strategy verbindet klassische SEO-Grundlagen mit Content-Architektur, Entity-Aufbau, Brand Signals und einem priorisierten Implementierungsplan. So wird aus punktueller Sichtbarkeit ein systematischer Ansatz für klassische und generative Suche.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob KI Google ersetzt. Sie lautet: Ist eure Marke entlang der gesamten neuen Such- und Informationsreise sichtbar und vertrauenswürdig genug, um gefunden, genannt und ausgewählt zu werden?

Quellen und methodische Hinweise

Hauptquellen sind die YouGov-Reports „Searching for answers: How AI is changing online discovery in 2026” für Deutschland und die USA .

Die zugrunde liegende Mehrländerbefragung wurde vom 21. April bis 29. Mai 2026 online durchgeführt. Für Deutschland wurden 1.005 und für die USA 1.494 Erwachsene befragt. Die Stichproben wurden für die jeweilige erwachsene Bevölkerung gewichtet.

Die Untersuchung beruht auf Selbstauskünften. Sie misst nicht das tatsächliche Such- oder Klickverhalten. Kleine Unterschiede sollten daher nicht überinterpretiert werden. Die deutschen Ergebnisse können als Orientierung für den DACH-Raum dienen, ersetzen aber keine eigenen Daten für Österreich und die Schweiz.

Ergänzend verwendet:

Rüdiger Dalchow
About the Author

Rüdiger Dalchow ist seit 2023 bei Improove tätig und verantwortet als Head of Organic Strategy die strategische Weiterentwicklung des organischen Wachstums. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Optimierung von Websites und digitalen Customer Journeys verbindet er technische Tiefe mit einem klaren Blick auf Business-Impact: Nachfrage, Sichtbarkeit, Leads und Umsatz.